Berlin Verkehr in der Zukunft: Weniger Verkehr, mehr Lebensqualität

Berlin Verkehr
Der Berlin Verkehr ist nichts für ungeduldige Gemüter. Es wird permanent gebaut.

Berlin wächst. Je mehr Berliner es gibt, umso mehr Berliner*innen wollen von A nach B. Der Berlin Verkehr nimmt zu und immer mehr Autos in der Innenstadt müssen sich immer weniger Raum teilen. Wie zukunftsfest ist denn eigentlich unsere Verkehrsinfrastruktur? Welche neuen Technologien helfen uns dabei? Welche Mobilitätstrends werden unseren Alltag ändern? Manches kann man sich dabei von anderen Ballungsräumen auf der Welt abschauen.

Täglich sind durchschnittlich 1,4 Millionen Fahrzeuge in Berlin unterwegs. Allerdings werden sie im Schnitt auch immer seltener bewegt. Fakt ist: Wer am Stadtrand wohnt, nutzt das Auto. Wer in der Stadt wohnt, nutzt Alternativen. Pankower steigen oft aufs Rad, Lichtenberger nutzen die BVG. Und Kreuzberger? Die Fahrradstadt Berlin ist zwar ausgerufen, aber in der Realität noch lange nicht angekommen. Die Stadtentwickler beim Berliner Senat kommen in puncto Berlin Verkehr schon jetzt zu überraschenden Ergebnissen.

Berlins Unfallschwerpunkt Nummer 1
Die Kreuzung Schönhauser Allee/ Eberswalder Straße ist der Unfallschwerpunkt Nummer 1 in Berlin. Hier gibt es die meisten Verkehrstoten in der Stadt.

Christian Gaebler, Staatssekretär für Verkehr und Umwelt (SPD), sieht die Sache so: „Der Berlin Verkehr in der Innenstadt nimmt ab in den vergangenen Jahren. Das soll er auch weiter tun, damit wir mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel erhalten. Dafür verlängern wir u.a. auch die A100, um den Verkehr um die Innenstadt herum zu lenken. Konsequenterweise müssen wir hierfür dann aber auch in der Innenstadt Umbau- und Rückbaumaßnahmen durchführen.“

Insgesamt hat die Zahl der Autos in den vergangenen Jahren zugenommen. 1996 besaßen von 1000 Einwohnern 322 ein Auto, 2012 waren es 342 – neuere Zahlen gibt es nicht. Ein Auto wird mit durchschnittlich 1,3 Personen besetzt – ist also meist nur mit dem Fahrer allein unterwegs.

Mehr Menschen, mehr Verkehr – Elektromobilität, Fahrradstadt und ÖPNV

250.000 Menschen werden in den kommenden Jahren nach Berlin ziehen. Mehr Menschen, mehr Berlin Verkehr, mehr Chaos in Zügen und Bussen, mehr Staus auf den Straßen. Um den Kollaps jedoch zu verhindern, müssen richtungsweisendere Konzepte her, die die in Teilen ignorante Sichtweise der Verkehrsplaner ablösen und die Stadt einen richtigen Schritt voranbringen.

Das Mobilitätsverhalten ändert sich erheblich. Durchschnittlich absolviert jeder Berliner täglich drei Strecken und benötigt dafür rund 70 Minuten. Dabei ist der Anteil der Fußwege fast so hoch, wie der mit dem Auto zurückgelegten Wege.

Elektromobiles Carsharing

Im besten Falle sähe die Zukunft des Verkehrs in Berlin so aus, dass man kein eigenes „Verkehrsgerät“ mehr besitz. Man ginge morgens raus und man nimmt sich etwas, was einem sozusagen gerade über den Weg läuft. Entscheidend ist, wofür man das Fortbewegungsmittel benötigt, also beispielsweise:

  • ob man alleine oder mit mehreren fahren will
  • ob man etwas zu transportieren hat
  • ob man kleine Kinder dabei hat u.a.m.

Dreh- und Angelpunkt auch hier – das Smartphone. Mit dem Handy bucht man beispielsweise ein Elektroauto. Das Carsharing von Elektroautos gibt es schon, wird aber noch von wenigen benutzt. In Zukunft findet man Carsharing-Fahrzeuge und alles weitere, was man zur Fortbewegung nutzen kann, an jeder Ecke. Der Berliner Senat fängt hier mit einem ehrgeizigen Plan an, Stromtankstellen flächig auszubauen, sodaß das Aufladen und abstellen jederzeit möglich sein wird.

Die Fahrradnutzung

Tausende Fahrradfahrer am Moritzplatz in Berlin
Die Critical Mass Berlin ist Ausdruck der Forderungen tausender Radfahrer*innen nach mehr Sicherheit im Straßenverkehr und eine bessere Verkehrswegeinfrastruktur.

Das städteweite Leihprinzip bei den Fahrrädern soll nach den Plänen der Verkehrsforscher die Anfahrt zu größeren Verkehrsknotenpunkten erleichtern, um den öffentlichen Nahverkehr bestmöglich zur Auslastung zu bringen und den Berlin Verkehr zu entlasten. Ziel ist es hier, dass im Schnitt 30% aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden sollen. Dafür braucht das Fahrrad jedoch auch entscheiden mehr Platz.

Die aktuellste Statistik besagt, dass von 1000 Einwohnern 721 ein Fahrrad besitzen. In Friedrichshain-Kreuzberg und in Pankow wird das Zweirad am häufigsten genutzt. Lichtenberger und Marzahn-Hellersdorfer fahren am wenigsten mit dem Fahrrad.

Während die Zahl der Radwege konstant geblieben ist, gibt es heute erheblich mehr markierte Radstreifen auf der Fahrbahn. 2002 waren es lediglich 50 Kilometer, zehn Jahre später schon 174 Kilometer. Auch die Zahl der Fahrradstraßen hat zugenommen: 2002 war es noch eine einzige, 2012 schon 16.

Der ÖPNV

Die U & S-Bahn-Netze der Stadt werden sich wohl kaum verändern, wenn man von einigen Lückenschlüssen absieht. Nur die Straßenbahn wird sich mit Sicherheit nach Westen weiter ausdehnen. Die Busse der Zukunft werden leiser – dank Elektromobilität. Derzeit sind bereits 4 Busse der BVG im Probebetrieb.

Gut zu Fuß in Berlin

Berlin besitzt im Innenstadtbereich ein sehr dichtes Nahverkehrsnetz. Trotzdem legen in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte die Bewohner mehr Wege zu Fuß zurück als in den anderen Bezirken. Dies dürfte auch daran liegen, dass viele Ziele, seien es Geschäfte, Restaurants oder Behörden, aber auch Kindertagesstätten und Schulen, oft nicht weit von der Wohnung entfernt liegen. Nicht so lauffreudig ist man in Spandau, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf und Treptow-Köpenick. Laut Statistik gehen die Steglitz-Zehlendorfer am seltensten zu Fuß.

London machts vor – die Congestion Charge

Die Briten beispielsweise haben ein eigenes Konzept. Vor 12 Jahren haben sie für die City of London und Westend die Congestion Charge eingeführt. Wer also heutzutage mit dem Auto in die Londoner Innenstadt fahren will, zahlt 10 Pfund pro Tag. Entsprechend übersichtlich ist der Verkehr im Stadtkern. Für Berlin ist dies jedoch scheinbar noch keine Option.

„Wir wollen unser Augenmerk auf umweltfreundliche Verkehrsmittel richten, also Bus, Bahn, Fahrrad aber auch der Fußweg gehört dazu. Das machen wir in Berlin mit verschiedenen Maßnahmen – zum Beispiel der Parkraumbewirtschaftung. Eine Maut ist im Moment nicht geplant, das ist jedoch abhängig davon, wie die anderen Maßnahmen greifen.“, führt Christian Gaebler fort.

Carsharing und autonomes Fahren

Carsharing wird im Berlin Verkehr voraussichtlich das private Auto mehr und mehr ersetzen. Irgendwann werden wir durch die rasant voranschreitenden Entwicklungen im Bereich autonomes Fahren die Hände wohl ganz vom Steuer lassen. Das Auto hat in unserem Leben und für unsere individuelle Mobilität einen hohen Stellenwert. Die Autolobby spielt hier gerne ihr Dauerargument, dass es unter dem Aspekt der damit verbundenen Arbeitsplätze und dem Freiheitswillen der Deutschen vermessen wäre, das Auto abschaffen zu wollen.

Die Unfälle auf Berlins Straßen

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Berlin Verkehr ist seit 1992 um rund 38 400 gesunken. Die Zahl ist mit jetzt rund 130 000 aber immer noch hoch. Auch die Zahl der Verunglückten ist in den vergangenen Jahren um 23 Prozent zurückgegangen. Das Risiko ist aber für Fußgänger und Radfahrer immer noch sehr hoch. So wurden zwar nur 13 Prozent aller Wege mit dem Rad absolviert; aber von den Verletzten im Straßenverkehr saßen 30 Prozent auf einem Sattel.

Berlin Verkehr Fazit – vernetzte Verkehrskonzepte für die Innenstädte von Morgen

Der Berlin Verkehr in der Innenstadt soll also vorrangig durch die Elektromobilität zur Geltung kommen. Die Entwicklung weg vom eigenen Auto soll den Berlin Verkehr im Fluss halten und Staus vermeiden. Das funktioniert nur bei totaler Vernetzung von Bussen, Bahnen und den Verleihfirmen von Fahrrädern und Autos. Schnellstraßen sieht man kaum noch, da sie im Untergrund verlaufen werden. Aus Parkhäusern werden Großgaragen für Fahrräder.

Damit der Verkehr der Zukunft reibungslos verläuft, braucht jeder ein Smartphone, denn es sagt einem, welches Verkehrsmittel in der jetzigen Situation das günstigste ist und ermöglicht auch den Zugang zum Verkehrsmittel. Es öffnet Autos, es öffnet Fahrräder, es verbucht Nutzungszeiten und rechnet auch direkt mit dem Nutzer ab.

Die schöne, neue Verkehrswelt im Jahre 2030. In der Planung ist sie schon. Die Realität sieht heute jedoch noch ganz anders aus. Was vorerst bleibt ist die Hoffnung, dass Berlin in 20 Jahren einen etwas weniger mit Abgasen verhangenen Himmel hat wie heute.

Linkverweis

Berlin Verkehr – Verkehrspolitik und Verkehrsplanung: Zahlen und Fakten zum Verkehr [PDF Dokument – 23,2 MB]

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